Laktatstufentest

Negativer, auf Dauer krankmachender Stress (Disstress), dominiert den gesunden, beflügelnden und motivierenden Stress (Eustress). Die stressmildernden und gesundheitsschützenden Funktion von Bewegung und Training, werden von der Wissenschaft immer mehr erkannt. Wichtig: Ziel des Trainings muss stressmildernd, gesundheits- und leistungsfördernd sein. Eine zentrale Rolle spielen dabei in Zukunft die Laktatmessungen zur objektiven Erkennung und Steuerung der Trainingsintensitäten.
Laktat – Milchsäure im Blut
Die Intensität, Dauer und Art des Trainings bestimmt in welchem Stoffwechsel der Muskel seine Energie für die geforderte Leistung bereitstellt. Bei tiefen Trainingsintensitäten laufen im Muskel die aeroben Prozesse. Diese Prozesse, die Fett- und Kohlenhydratverbrennung, bilden wenig Laktat. Mit Zunehmender Intensität stellt der Muskel von der dominanten Fettverbrennung auf die Kohlenhydratverbrennung und dann auf die sogenannte anaerobe Glykose um. Die anaerobe Glykose, also die Energiebereitstellung mit Kohlenhydrat, aber ohne Sauerstoff, bildet Milchsäure (=Laktat).
Notfallsituation – Hohe Laktatwerte
Hohe Laktatwerte belasten und ermüden alle Systeme des Köpers stark. Bei einem 45 Min. dauernden Intervalltrainings können Laktatwerte entstehen (14 - 18 mmol/lt.) die z.B. das Immunsystem bis zu 3 Monate schwächen. Das heisst, während 3 Monaten ist die Anfälligkeit für Krankheiten stark erhöht.
Die anaerobe Glykolyse könnte man als eigentliches Notfallprogramm des Körpers bezeichnen. Bei Notfällen, z. B. bei Flucht oder Kampf, ist es überlebenswichtig. Die dabei vom Körper produzierten Endorphine wirken stark euphorisierend und können uns in einen Rauschzustand versetzen. Es ist zweitrangig, ob die Körpersysteme dabei stark ermüden, von den Reserven zehren oder sogar vorübergehend zerstört werden.
Stimulieren Hobby- und Gesundheitssportler dauernd diese Notfallsituation mit zu intensiven Trainingseinheiten, werden sie ihren Körper schwächen und auf die Dauer schädigen. Die benötigte Erholungs- und Regenerationszeit fehlt.
Trainingskultur
Das Messen der Laktatwerte muss in Zukunft einen festen Platz in der Beurteilung und Empfehlung der Trainingsintensität einnehmen. Training soll den Stress neutralisieren, gesundheitsfördernd und leistungssteigernd sein. Es soll nicht nur Muskeln und Herzkreislauf, sondern auch das Hormon-, Immun-, Zentralnervensystem und jede einzelne Körperzelle stärken. Ausdauertraining, das 2.5 mmol/lt. Laktat im Blut nicht übersteigt, mit einer Mindestdauer von 45 Minuten. Krafttraining, das nicht mehr als 4 - 6 mmol/lt. Laktat im Blut produziert. Kurz, ein Training das aufbaut, Reserven bildet, das vegetative Nervensystem ins Gleichgewicht bringt.



